Samstag, 31. Dezember 2011

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Vom Alten zum Neuen




Ein witziges Schild, da im Hintergrund, findet ihr nicht?

Apropos "life enjoy`en": Der Lieblingsmann und ich haben k
urz überlegt, eine Verlosung auf SeelenSachen zu starten. Ich meine - ich hab die 1000-Leser-Marke überschritten und das schreit ja förmlich nach etwas GANZ Besonderem. Darum haben wir uns gedacht, der Sieger dieser Blitzverlosung würde dann uns beide (eh nur uns zwei! - den Lieblingsmann und mich!) zu Silvester als Gäste bei sich zu Hause empfangen dürfen.
Na? Was sagt ihr dazu? Ist DAS mal ein individueller Preis?!!


Nein, nicht? Na gut, dann gibt`s halt keine Verlosung und der Lieblingsmann und ich werden Silvester heuer einfach zu Hause verbringen. Bisserl fernschauen, früh schlafen gehen oder mal schauen, was sich noch ergibt. ;-) 
Wir sind dieses Jahr nämlich kinderlos zu Silvester (und das ist ja mal nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es sich bei uns um 7 Kinder handelt, von denen wir da sprechen), die Suche nach einem Wochenendtrip zu Silvester gestaltete sich aber leider als ziemlich aussichtslos (zu teuer, zu ausgebucht, zu geschlossen, zu exklusiv, zu uninteressant, zu völlig abgehoben...), dass wir wohl spontan zu Hause bleiben werden. Wie schaut`s mit euch aus? Seid ihr eher die Silvesterfeierer oder nehmt ihr den Tag wie jeden anderen? Jedenfalls:





Dienstag, 27. Dezember 2011

Winterdessert

Ich hab euch ja schon erzählt, dass ich zu Weihnachten für den Nachtisch zuständig war. Irgendwie hatte ich keine Ideen, da brachte mich Edith von "Mit Liebe zum Detail" auf die Idee, ein Lebkuchentiramisu zu machen. Ich selber erinnerte mich daran, wie gut die "Glühbirnen" letztes Jahr bei meinen Gästen ankamen und so improvisierte ich (in Ermangelung an Lebkuchen - es war nirgendwo mehr Lebkuchen ohne Schokoglasur aufzutreiben) folgendes Dessert am Hl. Abend:



Eine ziemlich einfache und schnell vor(und zu-)zubereitende Sache: Für die "Glühbirnen" habe ich feste Birnen geschält und im Ganzen in süßem, roten Glühwein gekocht. Mit der Nadelprobe habe ich überprüft, ob die Birnen eh nicht zu weich werden beim Kochen und dann rechtzeitig den Topf von der Platte genommen (die Birnen müssen nämlich noch länger in meinem Fall war`s diesmal zu kurz, wie man an der hellen Innenseite der Birnen noch sehen kann in dem Sud ziehen, damit sie die schöne rote Farbe annehmen können und das kann auch ein paar viele Stunden dann dauern!).

Einen Teil des Glühweines habe ich dann in ein Schüsserl geleert und darin die Spekulatiuskekse kurz eingetaucht und in kleine Gläser (die Pokalgläser vom IKEA eigenen sich z.B. dafür!), abwechselnd mit der zusammenge"panschten" Creme (einer Mischung aus Mascarpone, Vanille-Qimiq, etwas Vanillezucker und einer Prise Lebkuchengewürz) geschichtet. Abgeschlossen habe ich dann mit einer Schicht zerbröselter Spekulatiuskekse und Mandelstiften.
Das Ganze dann ein paar Stunden in den Kühlschrank und kurz vorm Servieren dann je ein Dessertglas, die aufgeschnittenen Birnen, das Eis und die Schokosauce sowie einen Tupfer (vom Lieblingsmann von Hand aufgeschlagenem Schlagobers ;-) ) angerichtet.

Für die Jungs habe ich die Birnen in rotem Früchtetee gekocht und ich muss zugeben, dass die fast noch einen Tick besser geschmeckt haben (die waren geschmacklich UND farblich! Es lebe die künstliche Farbe im gekauften Früchtetee!!! fast ansprechender, als die Glühbirnen  - wahrscheinlich durften letztere aber auch nur zu wenig lange in ihrem Glühweinsupperl baden...).




So, jetzt wieder ab auf die Couch - meine Erkältung bisserl hegen und pflegen - ich hab mir nämlich vorgenommen, dass es ab morgen wieder GUT ist mit`m krank sein! Danke für eure lieben Genesungswünsche - Supperln - Ei-ei`s - Nackenmassagen - Kopfkraulerli`s - Fußmassagen - Grießbrei mit Schokolade und ähnliche "Gesundwerder" sind jederzeit HERZLICHST willkommen - nicht nur virtuell, die würden  werden auch so ganz in wirklich entgegengenommen werden. Danke im Voraus dafür... hust.

Montag, 26. Dezember 2011

Weihnachten @ Home



Den "Heiligen Abend" verbringen wir immer im Kreise der Familie. Meine Eltern, meine (Ex-)Schwiegermutter mit ihrem Partner, die Großeltern meines Exmannes (88 und 89 Jahre alt), meine Jungs, der Lieblingsmann und ich sind das, heuer also 11 Leute, das macht den Tisch schon ganz schön voll. Für das Essen hat heuer zum größten Teil meine Schwiegermutter gesorgt, es gab leckere Rindsrouladen und Geselchtes mit Kraut und Knödeln, ich musste mich heuer nur um die Nudelbeilagen und den Nachtisch kümmern. Zu letzterem gibt es dann ein eigenes Posting, das ist nämlich eine Eigenkreation gewesen, die möcht ich euch nicht vorenthalten.




Der 25. war dann sehr ruhig, meine Kinder verbringen den Tag immer mit ihrem Papa und der Lieblingsmann und ich haben den Tag heuer nur mit einem Frühstück verbracht, da es mir nicht besonders gut ging. Ich fühle mich seit gestern grippip, habe Halsweh, Kopfweh, starke Rücken- und Nackenschmerzen und fühle mich fiebrig an, irgendwie schreit alles in mir nach Urlaub, Rückzug, Einkehr,... mal schauen, was noch draus wird.

Heute Vormittag sind dann meine Kinder wieder heimgekommen und der Lieblingsmann hat seine Kinder zu uns geholt, so waren wir heute Mittag zu zehnt (zur Erinnerung bzw. für die, die es noch nicht oder nicht mehr wissen: wir haben eine Patchworkfamilie mit insgesamt 7 Kindern und der älteste Spross hatte heuer sogar schon seine Freundin dabei - also quasi 8 "Kids" + 2 (recht müde) Erwachsene.  Ich habe Currygeschnetzeltes mit wahlweise Nudeln, Reis oder Curryreis gekocht und bin danach wieder hüstelnd und röchelnd auf die Couch entschwunden. Dort haben wir uns noch einen Film angesehen und danach nochmals Bescherung gemacht, es war ein erstaunlich ruhiger Tag, der jetzt im Begriff ist, sich dem Ende zuzuneigen.






Vor den Feiertagen habe ich übrigens die 1000 Leser-Schwelle überschritten, wofür ich all meinen lieben und treuen LeserInnen von Herzen danken möchte. Wie interessant es wäre, die wirkliche Zahl der Leser zu wissen - sicher sind viele von den 1005 LeserInnen nicht mehr oder nur selten hier, doch die "Dunkelziffer" der anonymen Leser macht sicher auch noch ein großes Stück aus. JEDEM EINZELNEN von euch möchte ich dafür danken, ich freue mich sehr, dass SEELENSACHEN für so viele zu einer SEELENSACHE geworden ist! :-)

So, und jetzt schmeiß ich mich auf die Couch und schau mit meinen Burschen noch ein bisserl "Shrek" - lang werden wir`s aber heute nicht mehr aushalten, wir haben alle schon recht kleine Augerl...

Freitag, 23. Dezember 2011

23. Dezember - von Steinen, Sand und dem, was Wesentlich ist






E
in Philosophieprofessor hielt eine Vorlesung vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Er begann damit, dass er ein großes Glas mit Steinen bis zum Rand füllte.
Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Natürlich stimmten sie ihm zu.
Er nahm nun eine Schachtel mit Kieselsteinen und leerte sie in das volle Glas, sodass die Kieselsteine zwischen die großen Steine fielen bis zum Rand des Glases. Wieder fragte er, ob nun das Glas voll sei. Wieder stimmten sie zu und lachten. Jetzt nahm er ein Kübelchen Sand hervor und schüttete ihn ins volle Glas. Natürlich rieselte der Sand zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen hindurch und füllte schließlich das volle Glas vollends auf. Nun, ich möchte Ihnen damit zeigen, dass Ihr Leben, so wie dieses Glas ist.
 
Die großen Steine, erklärte er, sind die wichtigsten Dinge im Leben, nämlich in erster Linie die Familie, der Partner, die Gesundheit, die Kinder, Freunde und Nachbarn, die Menschen einfach. Alles dies füllt das Leben und zwar auch dann noch, wenn alles andere wegfallen würde und nur diese übrig blieben.

Die Kieselsteine, sinnierte er, sind die weniger wichtigen Dinge im Leben, die aber auch noch Platz haben, wie Haus, Autos, Ferien, Stereoanlage und andere materielle Dinge.
 
Der Sand schließlich symbolisiere das am wenigsten Wichtige im Leben. 

Wenn sie nun den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine und schon gar keiner für die großen Steine. Und genauso ist es auch im Leben.

Die Studenten waren sichtlich beeindruckt und der Professor fuhr fort:
"
Wenn Sie all ihre Energie für die kleinen Dinge im Leben aufwenden,  haben sie für die Großen keine Kraft mehr. Achten Sie daher zuerst auf die wichtigen Dinge in Ihrem Leben. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Familie, für die Kinder, Ihren Partner, die Eltern und Grosseltern, achten Sie auf Ihre Gesundheit.
Es wird noch genug Zeit und Raum geben für Arbeit, Karriere, Haushalt, Partys und so weiter.
Achten Sie zuerst auf die großen Steine - sie sind es, die mehr zählen.

Der Rest ist Ding.

Der Professor wünschte seinen Studenten, dass Sie Ihr Leben nicht auf Sand bauen, sondern das Gerüst erkennen, das stützt und nährt und entscheiden können, was zuerst kommt - das Wesen - der Mensch. Es gibt nichts Wertvolleres.


Autor unbekannt
Geschichte zur Verfügung gestellt von "Binele" :-)




Meine Lieben,

das heutige, eigentlich "letzte" Kalendertürchen (morgen wird`s keine Geschichte mehr geben...) kommt sehr spät, aber von Herzen. Es war mir ein "Volksfest" und eine Ehre, euch durch die Adventzeit begleitet haben zu dürfen, dennoch bin ich recht erleichtert, dass diese Zeit jetzt vorbei ist und ich wieder querbeet in meinem Blog zeigen werde.
Heute hatte ich noch einiges zu erledigen und besorgen, gerade eben habe ich zwei meiner drei Jungs meinen Eltern "übergeben", der Große ist leider krank geworden und ich hoffe, dass er morgen halbwegs fit sein wird. Der Lieblingsmann hat seine Kinder heute Abend und wird auch erst morgen wieder kommen - ich habe heute Abend und in der Nacht also genügend Zeit zur Verfügung, um sowohl den Weihnachtsbaum als auch mich in "Schale und Weihnachtsstimmung" zu bringen - mit dem schönen Winter-Weihnachts-Lack gelingt mir das aber sicher! (hihi.... Anja! Das war mein im Oktober versprochenes Nagellackposting - extra für dich - die Bilder hab ich damals schon gemacht - aber psst! Das muss ja nicht verraten werden ;-) ).

So wünsche ich euch allen, dass ihr euch heute Abend noch gemütlich und stressfrei in vorWeihnachtsstimmung bringen könnt! Ich liebe diesen Abend vor dem Heiligen Abend - da ist irgendwie alles noch so "offen" und das in völliger Ruhe und Vorfreude!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

22. Dezember - Vom Wert des Menschen



Für Edith und Tanja heute ein bisserl "mehr" als nur ein Bild und eine Geschichte. Erstere liebe Leserin wünscht sich schon sehr, wieder ein bisserl "mehr" zu erfahren von mir, zweitere Dame ist immer so narrisch auf Großaufnahmen (was ich verstehen kann, ich liebe es auch, Einblick zu nehmen in andere Häuser, das ist immer so inspirierend!). Also zeige ich euch ein paar Bilder von der Adventjause, die wir am Sonntag mit einigen Freunden gemacht haben.



Meine Lieben - das ist Türchen No. 22 - das heißt, die vorletzte Geschichte ist heute dran! Genießt sie und lasst euch nicht vom Weihnachtsstress der anderen anstecken! ;-)



         
Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen 100 € Schein hoch hielt. In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute. Er fragte: “Wer möchte diesen Scheck haben?”Alle Hände gingen hoch.Er sagte: “Ich werde diesen Schein einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun.”
Er zerknitterte den Scheck.Dann fragte er: “Möchte ihn immer noch einer haben?”
Die Hände waren immer noch alle oben.
Also erwiderte er: “Was ist, wenn ich das tue?”
Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen am dreckigen Untergrund. Er hob ihn auf, den Scheck; er war zerknittert und völlig dreckig.
“Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?”
Es waren immer noch alle Arme in der Luft.
Dann sagte er:  “Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Geld geschah: Ihr wolltet es haben, weil es nie an seinem Wert verloren hat. Es war immer noch und stets 100 € wert. Es passiert oft in unserem Leben, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden. Das sind Tatsachen aus dem alltäglichen Leben. Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren. Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer noch unbezahlbar für all jene, die dich über alles lieben. Der Wert unseres Lebens wird nicht durch das ausgezeichnet, was wir tun oder wen wir kennen, oder wie wir aussehen … sondern dadurch wer DU BIST.  Du bist etwas ganz besonderes und wertvoll – Vergiss das NIEMALS!"

Verfasser unbekannt


PS: Es gab Gewürzmuffins (dunkle-Schoko-Muffins mit Lebkuchengewürz und Rum) und Melanie`s traumhaften "Apfelkuchen mit Mandelkrokant" ..... yummy!)

Mittwoch, 21. Dezember 2011

21. Dezember - Vom Glück im Unglück

Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen nur ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten und kamen gerade so über die Runden.
Eines Tages lief das Pferd davon. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen "Oh, was für ein schreckliches Unglück!" Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: "Wer weiß schon, ob es gut oder schlecht ist."

Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte eine ganze Herde wunderschöner Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: "Was für ein unglaubliches Glück!" Doch der alte Mann sagte wieder:"Wer weiß schon, ob es gut oder schlecht ist."

In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit allein bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: "Was für ein schlimmes Unglück!" Die Antwort des alten Mannes war wieder: "Wer weiß weiß schon, ob es gut oder schlecht ist."

In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front und viele von ihnen starben. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben. Der Bauer schloss seinen Sohn fest in die Arme und  gemeinsam weinten sie vor Freude und waren glücklich und dankbar.


Verfasser unbekannt




 

Ja, wer weiß schon, ob etwas gut oder schlecht ist.
Kurz vor Ende meines Adventkalenders lasse ich euch heute in eine meiner Lieblingsgeschichten Einblick nehmen. In meiner Ausbildung habe ich sie von meiner Lebens- und Lieblingslehrerin C. gehört, in einem unserer schönsten gemeinsamen Kurse. Jedes Mal, wenn ich die Geschichte höre oder selber lese, habe ich dabei ihre sanfte und beruhigende Stimme im Ohr und ich habe mir den Schlüsselsatz des Textes in den vergangenen Jahren oft ins Gedächtnis gerufen und am eigenen Leib erfahren, dass die vermeintlich schlimmen Dinge nie so sind, wie wir im ersten Moment glauben. Alles folgt einem Plan, da bin ich mir sicher. Und alles hat in einer Art und Weise seine Bestimmung. In dem Sinne wünsche ich euch den Mut in "schlimmen Situationen" nach dem Guten daran, sei es auch noch so klein oder "unbedeutend erscheinend", Ausschau zu halten.



Dienstag, 20. Dezember 2011

20. Dezember - von guten Lehrern

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben.
Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.
Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den Einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste.
Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern. “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, waren die Kommentare.
Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler gestorben und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre.
Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden, die den Sarg trugen, zu ihr: “Waren Sie Marks Mathelehrerin?”Sie nickte. Dann sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.”
Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen.
“Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark verunglückt ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.”
Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinander gefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.
“Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben”, sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.”
Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. 
Charlie lächelte und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem Schreibtisch.”
Die Frau von Heinz sagte: “Heinz bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.”
“Ich habe meine auch noch”, sagte Monika. “Sie ist in meinem Tagebuch.”
Dann griff Irene, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir.” sagte sie und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.”
Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind.

Helen P. Mrosla



PS: Immer wieder schön, oder?!....

Montag, 19. Dezember 2011

19. Dezember - von Engeln auf Erden






Zwei reisende Engel machten halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben".

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."


Geschichte von "Anita" per E-(ngels)-Post zur Verfügung gestellt
Vielen lieben Dank an dieser Stelle für die lieben Mails, die am Samstag und Sonntag eingetrudelt sind, nachdem ich am Freitag (?) geschrieben habe, dass mir noch Ideen für 5 Kalendertürchen fehlen. Postwendend kamen wundervolle Gedichte und Geschichten von stillen und bekannten LeserInnen. Ich danke euch von Herzen für eure Anteilnahme und lieben Worte und Dankschreiben wegen der "24. Geschichtentürchen". Ich freue mich sehr, dass die Idee so gut angekommen ist :-).

Außerdem hab ich grad von der lieben Anna von "Leaves & Butterflies" überraschend eine wunderwunderschöne Weihnachtskarte bekommen, für die ich mich recht herzlich bedanken möchte! Ich LIEBE Überraschungen und freue mich sehr über diese Karte, die schon die Wohnzimmerverkleidung ziert! DANKE meine Liebe!!




PS: Habt eine schöne letzte Adventwoche! Meine Packerl sind zum Großteil fertig, nur ein paar Kleinigkeiten fehlen noch und eine Großigkeit, für die mir noch eine zündende Idee fehlt.

Sonntag, 18. Dezember 2011

18. Dezember - vom Werden





  In einem Lagerschuppen nahe einem Garten lebte einmal eine zufriedene und bequeme Tulpenzwiebel. Vielleicht wäre sie dort alt geworden, wenn sie der Gärtner nicht eines Tages ergriffen hätte, um sie einzupflanzen. „Es ist an der Zeit“, sagte er zu ihr. „Heute ist die Stunde gekommen, dein Leben kennen zu lernen – das eigentliche, das erfüllte Leben.“ „Deine rätselhaften Worte ängstigen mich, Gärtner“, entgegnete die Tulpenzwiebel mit zitternder Stimme. „Das Leben zu lernen scheint mir nicht so verheißungsvoll zu sein, wie du es sagst. Es ist so ungewiss, was aus mir werden wird. Stimmt es denn, dass man in die tiefe dunkle Erde muss und ganz schmutzig wird? In dem Lagerschuppen, in dem ich bisher lebte, war alles sauber. Ich war bei meinen Freunden und fühlte mich geborgen.“ „Du wirst dein Leben in dieser sauberen, wohlbehüteten Umgebung nicht finden. Dein Leben will entdeckt und gelebt werden. Du wirst dich auf die Suche machen müssen, sonst bleibt alles in dir gefangen, du würdest in dir vertrocknen zu einer alten, dürren Zwiebel. Dein Leben würde nie in dir aufbrechen und keimen, wenn du so bleiben willst, wie du es jetzt bist. Du wirst es nur finden, wenn du die Mühe des Wachstums auf dich nimmst. Hab´ Vertrauen! Das Leben ist größer und schöner als unsere Angst.“ "Aber wenn du mich eingräbst, dann sterbe ich in der feuchten und finsteren Einsamkeit der dunklen Erde“, wehrte sich die Tulpenzwiebel immer noch. "Was heißt schon sterben", entgegnete der Alte. „Du siehst es nur von einer Seite. Aus dem Dunkel der Erde wird dein neues Leben wachsen. Du stirbst nicht, du wirst verwandelt. Je mehr du deine alte Gestalt aufgibst, desto mehr wird eine neue geboren, deine eigentliche Gestalt. Du kannst nicht bleiben, wie du jetzt bist. Werde die, die du wirklich bist!“ „Das klingt fremd für mich Gärtner. Werde die, die du wirklich bist? Ich bin schon jemand, eine Tulpenzwiebel.“ „Leben bedeutet nicht zuerst zu sein, sondern zu werden. Wachsen und Reifen! Diese Gestalt einer Zwiebel ist noch nicht alles. In dir steckt noch viel mehr, als du jetzt noch zu sehen vermagst. Du darfst nicht glauben, was du jetzt noch nicht erkennen kannst, sei deshalb nicht vorhanden. Alles Sichtbare wächst aus dem Verborgenen. Du bist ein Samen voll blühender Zukunft, voll unendlicher Lebensmöglichkeiten, die tief verborgen in dir schlafen und nur darauf warten, geweckt zu werden.“ „Aber ist das Licht der Sonne denn nicht genug, um meine Lebenskraft zu wecken? Warum muss ich das Dunkel und die schwere Erde ertragen?“ „So einfach wie du denkst, ist es mit dem Leben nicht“, erklärte ihr der alte Gärtner. „Manches, was dir heute weh tut und als Unglück erscheint, kann morgen einmal Dein Glück bedeuten. Es ist alles andere als bequem, sein wahres Wesen und die Erfüllung seines Lebens zu finden. Dein Leben ist eine Aufgabe: Du musst dich selbst aufgeben, loslassen und etwas wagen, wenn dein Leben sich in seinem ganzen Reichtum entfalten soll. Auch das Erleben und Erleiden dunkler Stunden gehört dazu. Nicht nur das Licht der Sonne fördert unser Leben, sondern auch die dunklen Stunden. Widerstände und Hindernisse fordern und fördern unsere Fähigkeiten und unsere Lebensenergie auf ihre ganz eigene Weise und helfen uns zu wachsen und zu reifen, wie nur sie es vermögen.“ Nachdem er dieses gesagt hatte, grub der alte Gärtner ein Loch und pflanzte die Tulpenzwiebel ein. Kurze Zeit sah sie noch einen Lichtpunkt über sich, dann aber umfing sie undurchdringliche Finsternis. Die lange, beschwerliche Zeit des Wachstums begann. „Jetzt ist es bald zu Ende mit mir“, jammerte die kleine Tulpenzwiebel angesichts ihrer aussichtslosen Lage. „Es hätte doch so schön sein können, aber nun vergeht mein Leben in der Erde!“ Ihre schöne Gestalt veränderte sich mehr und mehr. Sie war nicht länger eine glatte, wohlgeformte Zwiebel, sondern begann runzelig und schrumpelig zu werden. Aber sie bemerkte auch, wie sich tief in ihr etwas regte und bewegte, von dem sie nicht sagen konnte, was es war. Dieses Gefühl in ihrem Inneren versetzte sie für viele Wochen in unbekannte Unruhe.

Nach langen, traurigen und düsteren Tagen durchfuhr sie ein heftiger Schmerz, als ob eine Lanze sie aus ihrer Mitte durchbohrte. Diese Wunde eröffnete ihr einen neuen Lebensraum. Der Panzer ihres bisherigen Lebens war durchbrochen. An die Stelle abgrundtiefer Finsternis trat wenig später taghelles, wärmendes Licht. Ihr erster Trieb hatte nämlich die Zwiebelschale und den Erdboden durchdrungen. Das flimmernde Sonnenlicht, ein erfrischend prickelnder Luftzug und das vielstimmige Lied der Vögel umwarben sie nun. „Das also meinte der Gärtner mit Entfaltung und Wachstum“, dachte die heranwachsende Blume. „Wachstum betrifft das ganze Wesen. Mein äußeres Wachstum ist ein Gleichnis für etwas noch größeres und schöneres, das tief innen in meiner Mitte beginnt, um nach außen in die Welt zu gelangen. Wachstum bedeutet, die Schale zu durchbrechen, damit sich der Kern, das eigentliche Wesen, entfalten kann. Wachstum meint also, wesentlich zu werden!“ Sanft streichelten die Sonnenstrahlen den hellgrünen Trieb, der sich wohlig räkelte und unter den Zärtlichkeiten der Sonne wuchs. Es tat ihm gut, dass die Sonne ihn einfühlsam zum Leben lockte, ganz wie es seiner Kraft entsprach. Mit der Zeit bildete sich am Schaft des Triebes eine Verdickung. Die Blüte reifte und reifte. "Noch lebst du nur für dich selber und verwendest deine ganze Kraft auf die Entfaltung deines Wesens“, erklärte ihr der Gärtner. „Aber bald wirst du ganz offen sein für das Lachen der Sonne, für die Schmetterlinge, für den Wind und für den Regen. Dann kannst du deinen Samen weitergeben, damit neues vielfältiges Leben wachsen kann. Du wirst durch dein Leben Farbe und Duft und Freude in die Welt tragen und einen Platz ausfüllen, um diesen Garten für alle lebendiger und bunter zu machen. Dann wirst du blühen, kleine Blume, und es wird keine einzige Blume in diesem großen Garten geben, die so ist wie du.“

 U. Peters |
gefunden in den unglaublichen Weiten des Internets



Samstag, 17. Dezember 2011

17. Dezember - von der Liebe im Leben



E
s war einmal eine Insel, wo alle verschiedenen Gefühle lebten.

Das Glück, die Traurigkeit, das Wissen und all die Anderen..... auch die Liebe.
Eines Tages meldete man den Gefühlen, dass die Insel sinken wird. So bereiteten sie ihre Schiffe vor und verließen die Insel. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Moment bleiben.
Als die Insel unterging, rief sie um Hilfe. Der Reichtum war in der Nähe mit einem Luxusschiff. Die Liebe fragte ihn: Reichtum, kannst du mir helfen? - Nein, weil ich zuviel Geld und Gold auf meinem Schiff habe, so hab ich keinen Platz für dich.
Die Liebe fragte sodann den Hochmut um Hilfe, der auch in der Nähe mit seinem wunderschönen Boot vorbeifuhr. Ich kann dir nicht helfen. Du bist ganz naß, du könntest mein Schiff beschmutzen.
Als die Traurigkeit nicht weit vorbeisegelte, fragte die Liebe: Traurigkeit, laß mich mit dir gehen! Oooh... Liebe, ich bin soo traurig, ich möchte besser alleine bleiben. Auch das Glück ist weiter gefahren. Es war sooo glücklich, dass es die Liebe nicht hörte...
Und plötzlich hörte die Liebe eine Stimme: Komm, komm schnell! Ich nehm dich mit. Das war ein alter Mann, der gesprochen hatte. Die Liebe war so glücklich, so zufrieden, dass es nicht nach seinem Namen gefragt hat.
Als beide auf festem Boden ankamen, ging der Alte weg. Die Liebe merkte, wieviel es dem Alten schuldete und fragte das Wissen: Wer hat mir geholfen?
Das war die Zeit, antwortete das Wissen. Die Zeit?!?, fragte die Liebe, aber warum hat die Zeit mich gerettet?
Das Wissen lächelte weise und antwortete ihr: Weil nur die Zeit verstehen kann, wie wichtig Liebe im Leben ist.

 

Verfasser unbekannt

Meine Lieben, Weihnachten naht - heute in einer Woche ist es so weit. Ich muss gestehen, dass mir schön langsam die Geschichten ausgehen, aber eure immer so herzlichen und lieben Kommentare und eMails motivieren mich, das jetzt noch eine Woche lang "durchzuziehen". Doch so sehr mich die Gestaltung des heurigen Kalenders für euch gefreut hat, so sehr freue ich mich doch dann wieder über ein bisserl Abwechslung und mehr Bilder, die ich euch wieder zeigen möchte. Der Kalender hat eine ganz schöne Eigendynamik entwickelt. UND zu den immer kommenden Fragen: ich habe einige Posts schon vorbereitet gehabt, die stellen sich "automatisch" ein. Und manche Geschichten hatte ich einfach aus dem Netz zusammengetragen. Einige hatte ich schon hier am PC gespeichert und einige, genauer gesagt 5 Geschichten fehlen mir noch. :-) 

Ein schönes 4. Adventwochenende wünscht euch

 



Freitag, 16. Dezember 2011

16. Dezember - von guten Beziehungen


Das Bild ist weder gestellt, noch eine Fotomontage. Unsere Pippi
lag NIE auf diesem Sessel. Seit es sich das Nissenmädchen Luise 

dort gemütlich gemacht hat, liegt unsere Katzendame aber mit
Vorliebe AUF der Schoß des Wichtels. Zumindest zu Anfang.
In Phase zwei hat die Katze die Beine von Luise immer zur Seite
geschoben, um mehr Platz zu haben, mittlerweile hat sie den
Nissen GANZ vom Sessel verbannt und nachdem ich ihn 3 Mal 

vom Boden aufheben musste, sitzt sie (Luise) nun an einem
sichereren Ort - dem Schaukelstuhl.
Mit den Worten "Katzenzicke, sowas aber auch!" hat das Nissenmädchen

nun wieder einen Ort der Ruhe und Einsamkeit gefunden... ;-)













Diesen Text habe ich schon oft auf Karten geschrieben, zu Hochzeiten verschenkt, und immer, immer wieder finde ich ihn WUNDERSCHÖN!  Er ist aus dem Buch "Trotz Alledem" von K. Allert-Wybranietz.

Ein wunderschönes 4. Adventwochenende wünsche ich euch!
Nachdem mein Jüngster seit Dienstag wieder gesund ist, ist mein
Mittlerer seit Donnerstag zu Hause, er hat Fieber und Husten
und ich hoffe, dass wir bis Weihnachten dann alle durch haben
und die Ferien genießen können. Und dann hoffe ich, auch
endlich wieder Zeit zum Fotografieren zu haben, ich merke schon,
dass mir die Zeit für mich oder die Dinge, die ich so gerne mag,
momentan sehr fehlt oder zu kurz kommt, aber so ist das eben
von Zeit zu Zeit. Einen lieben Gruß,







































Donnerstag, 15. Dezember 2011

15. Dezember - von wärmenden Plätzen und (Seelen)Nahrung



 Was ist nur aus mir geworden , dachte sich der alte Rabe Kambulin als er auf einer Wiese Rast machte und die vorbeifliegenden Raben sah, die voller Stolz und Kraft ihre Runden zogen am Himmel. Wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen und wieder durch die Lüfte fliegen , andere Länder sehen und so manches Abenteuer erleben. Stattdessen sitze ich hier und muss zusehen, welchen Spass die anderen Raben haben. Wie gerne würde ich mit ihnen in die Lüfte steigen, aber für das bin ich mittlerweile zu alt und zu schwach.

Der alte Rabe Kambulin hatte es nicht leicht, er konnte nicht mehr wie die anderen Raben in andere Länder fliegen, er musste hier bleiben, wenn sie ihre Reise antraten. Da Kambulin das Fliegen schon große Probleme bereitete , hielt er sich mehr am Boden auf als in der Luft. Die Futtersuche gestaltete sich deswegen natürlich von Tag zu Tag schwieriger. Kambulin mußte sehr aufpassen, denn die Menschen waren nicht gerade die besten Freunde des alten Raben. Zu oft mußte er flüchten auf seiner Futtersuche. Körner, Sonnen-blumenkerne und manch Leckeres gab es da und dort, aber die waren eben nur für die armen kleinen Vögel bestimmt, dass ein großer Vogel genauso Hunger hat, vergaßen die Menschen anscheinend. Immer wieder wurde er mit den gemeinsten Beschimpfungen verjagt, sogar verletzt wurde er einmal, weil er nicht schnell genug wegkommen konnte und er mit einem Fusstritt vertrieben wurde.
Für Kambulin wurde es immer schwieriger und von Tag zu Tag wurde er immer schwächer auf seiner beschwerlichen Suche nach Nahrung. Die Witterung um diese Jahreszeit machte es dem Raben nicht gerade leicht etwas Futter zu finden. Gefrorene Böden, Futterhäuschen die mit Schnee bedeckt waren und sowieso wenig Futter, da es den Menschen anscheinend zu kalt war um rauszugehen und ein paar Körner auszustreuen.
Auf dem Weg von Garten zu Garten, von Haus zu Haus, kam Kambulin an einer Stelle vorbei die geradezu einladend aussah, aber gleichzeitig sein Misstrauen weckte, da der Rabe schon allzuoft nichts Gutes mit den Menschen erlebt hatte. Ein kleiner Platz in einem Garten war zu sehen, gleich drei Vogelhäuschen in verschiedenen Bauweisen, prallgefüllt mit Tannenzapfen, Nüssen, Mandeln und Eicheln. Fein säuberlich in kleine Schüsseln verteilt, rundherum geschützt durch ein natürliches Mauerwerk aus Sträuchern, das wahrscheinlich von Anfang an nur für diesen Zweck so gepflanzt wurde, um den Tieren im Winter Schutz und einen Futterplatz zu bieten.
Kabulin konnte nicht mehr widerstehen, vergessen war sein ganzes Misstrauen den Menschen gegenüber, viel zu groß war sein Hunger um an diesen Leckereien einfach vorbei zu gehen. Wie gut war es, sich wieder einmal richtig sattzufressen.In seinem Übermut überhörte Kambulin den Mann, dem das alles hier gehörte und der sich leise angeschlichen hatte um den Raben zu beobachten. Wie groß war sein Schreck als er ihn dann schließlich doch bemerkte. Aber der Mann machte keinen bösen Eindruck auf Kambulin, er verjagte den Raben nicht sofort wie die meisten anderen Menschen die das Tier bei seiner Futtersuche überraschten. Der Mensch streckte Ihm langsam und vorsichtig seine Hand entgegen, die mit leckeren Sonnenblumenkernen gefüllt war. "Hab keine Angst, ich will Dir bestimmt nichts tun", sagte er mit ruhiger Stimme. Ich biete Dir meine Freundschaft an und einen friedlichen Platz, an den Du immer wieder zurückkehren kannst, Futter findest und sicher bist.
Kambulin verstand die Worte des alten Mannes natürlich nicht, aber die ruhigen Sätze und seine Gelassenheit weckten ein bisschen Vertrauen bei dem Vogel. Und so nahm er auch ein paar Sonnenblumenkerne, die ihm der Alte bereitwillig auf den Boden gestreut hatte. 
Von nun an kam Kambulin jeden Tag und nach einiger Zeit entwickelte sich eine richtige Freundschaft zwischen den beiden in die Jahre gekommenen Freunde. Es ist schon traurig dachte sich Kambulin: als ich noch ein junger Rabe war, hatte ich Freunde überall wo ich hinkam. Jetzt wo ich alt bin, interessiert sich niemand mehr für mich. Ob das bei den Menschen genauso ist, fragte er sich und fraß anschließend weiter aus dem Futternapf, den ihm sein Menschenfreund hingestellt hatte.



Mittwoch, 14. Dezember 2011

14. Dezember - von Sand und Stein


Einmal wanderten zwei Freunde durch die Wüste. Plötzlich gerieten Sie in einem heftigen Streit miteinander. Dabei schlug der eine dem anderen im Zorn ins Gesicht.Ohne ein Wort zu sagen, kniete der Geschlagene nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:
„Heute hat mir mein Freund ins Gesicht geschlagen.“ 

Dann wanderten sie schweigend weiter bis sie zu einer Oase kamen. Sie beschlossen, in den Teich zu springen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb plötzlich im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Sein Freund rettete ihn in letzter Minute.Nachdem sich jener, der beinahe ertrunken war, erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte in diesen folgende Worte hinein:
„Heute hat mir mein bester Freund das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum schreibst du diese Worte nicht auch hier in den Sand?" Da antwortete dieser: "Wenn uns jemand kränkt oder beleidigt, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder löschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann sollten wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann." 

Autor unbekannt |
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